AlpinClub Berlin – Ausbildungsprogramm 2010

Weitere Infos und Erläuterungen

AlpinClub Berlin – Ausbildungsprogramm 2010



Auch im Jahr 2010 können wir frühzeitig das Ausbildungsprogramm für unsere Mitglieder vorlegen. Für die damit zusammenhängende langfristige Planung möchte ich mich recht herzlich bei allen Übungsleitern und den anderen Organisatoren der im Programm aufgenommenen Touren bedanken.

Damit sich der Aufwand lohnt, wünschen wir uns auch für dieses Jahr eine sehr rege Nachfrage nach unseren Ausbildungsveranstaltungen. Da der Vorlauf für einzelne Programmtermine recht groß ist, werden wir auch in diesem Jahr die Möglichkeit nutzen, kurzfristig hinzukommende weitere Ausbildungstermine auf unserer homepage http://www.alpinclub-berlin.de zu veröffentlichen. Dies betrifft auch terminliche Konkretisierungen einzelner Veranstaltungen.

Aufmerksam machen möchte ich auch wieder alle Interessierten auf die Möglichkeit zur Ablegung der „Kletterscheine Nachstieg und Vorstieg“. Dieser Service kostet unsere Mitglieder nur eine Bearbeitungsgebühr. Für Gäste fällt ein Organisationsbeitrag an.

Neu ist unser Termin für einen „Tag der offenen Tür“ an den vom Verein in Berlin betreuten Klettertürmen. Gern sollen unsere Mitglieder diesen Tag im Rahmen unseres 100jährgen Vereinsjubiläums zum Klettern nutzen. Doch auch anderen Interessierten sollen die Türme zu einem Schnupperklettern zur Verfügung stehen. Dabei werden Sie kompetent von unseren Übungsleitern unterstützt.

Unser Ausbildungsprogramm ist wieder in der bewährten Form gegliedert und gibt allen Interessenten erste Informationen über die vorrangig angesprochene Zielgruppe, den Charakter des Kurses und die erforderlichen Voraussetzungen für die Teilnahme an der Veranstaltung. Für die in der Regel erforderlichen Anmeldungen zu den Kursen findet man verschiedene Kommunikationswege über Mail und Telefon. Im Zweifel sollten noch bestehende Fragen zum Kurs direkt mit dem Leiter abgesprochen werden. Unter der Kategorie „Art“ (der Veranstaltung) findet man einen ersten Hinweis, der eine Einordnung des Kurses ermöglicht. Eine Abkürzungserklärung dazu findet sich weiter unten. Da unsere Kurse sehr häufig als „Gemeinschaftstouren“ ausgeschrieben sind, verweise ich auf meine Veröffentlichung zum Charakter solcher Touren im Heft 1/2004.

Als Mitglieder unserer Sektion habt ihr bei der Anmeldung zu den Kursen im Rahmen der Teilnehmerkapazität Vorrang. Unterstützt die Leiter der Kurse bei der Organisation durch die Verbindlichkeit eurer Zusage, da durch die langfristige Bindung von Übernachtungen und Verköstigungen Kosten entstehen. Diese müssen bei kurzfristigen Absagen aus euren Anzahlungen beglichen oder durch nachträgliche Zahlungen gedeckt werden.

Nun kann es wieder losgehen. Werdet fündig in unserem Ausbildungsprogramm. Ich wünsche euch, egal bei welchem Kurs, viel Spaß, viele neue Eindrücke und Kenntnisse. Uns allen ein von Verletzungen freies Ausbildungsjahr 2010.

Dr. Helmut Hohmann
Ausbildungsreferent



Erklärungen


„E“ – Einführungskurs



Spezielle Anfängerausbildung zum „Schnuppern“


„A“ – Ausbildungskurs



Grundkenntnisse im Klettern und Bergsteigen für Anfänger und vertiefende Kenntnisse und Fertigkeiten für Fortgeschrittene. Den Ausbildungskursen liegt ein Ausbildungsplan zugrunde und sie können Praxis- als auch Theoriebestandteile beinhalten. Ihr sammelt hier Erfahrungen für eigenständiges Klettern und Bergsteigen.


„G“ – Gemeinschaftstour



Die Leiter der Touren sind in der Regel qualifizierte Fachübungsleiter der Sektion und stehen euch mit Rat und Tat zur Seite. Dabei handelt ihr auf der Tour eigenverantwortlich und selbstständig. Für die Auswahl der Teilnehmer und die Organisation der Tour ist der Leiter verantwortlich. Das Gemeinschaftserleben steht im Vordergrund.



"Gemeinschaftstour" - eine Definition, die allen Teilnehmern vertraut sein sollte



Da die Kurse in unserem Ausbildungsprogramm sehr häufig dem Charakter nach als "Gemeinschaftstouren" ausgeschrieben werden, möchte ich an dieser Stelle auf die Definition einer Gemeinschaftstour besonders eingehen. Dies ist auch deshalb so wichtig, weil jeder Teilnehmer sich über die von ihm mitzubringenden Voraussetzungen für eine solche Tour sehr genau im Klaren sein sollte. Auch für unsere Übungsleiter ist für das Gelingen der Tour eine umfassende Beachtung der mit einer Gemeinschaftstour verbundenen Anforderungen bei der Vorbereitung und Durchführung von entscheidender Bedeutung.



Nach dem Verständnis des DAV zeichnen sich Gemeinschaftstouren durch folgende Merkmale aus und grenzen sich damit auch von Führungstouren ab:

  • Schwierigkeit und Länge der Tour entsprechen dem Können und der Erfahrung der Teilnehmer und sind den Teilnehmern bekannt.

  • Die Gruppe soll im Sinne der Zielstellung homogen sein und ihr Können vom Leiter der Tour einschätzbar sein.


Dies setzt eine exakte Tourenbeschreibung voraus, aus der die Schwierigkeiten der Tour hervorgehen. Angaben, die z. B. über die Informationen aus unserem Ausbildungsprogramm hinausgehen sind daher unbedingt beim Tourenleiter zu erfragen. Die Teilnehmer der Tour sind vom Leiter auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen und bei Nichteignung zurückzuweisen.


Da unsere alpinen Gemeinschaftstouren in der Regel auch Ausbildungstouren sind, ist ein Könnenszuwachs im Verlauf der Tour durchaus zu berücksichtigen. Von den Teilnehmern wird z. B. verlangt, dass sie in Seilschaften selbstständig gehen bzw. klettern können. Dieses Können kann ein gut vorbereiteter und durchgeführter Kurs durchaus vermitteln. Kommt es trotz vorgenommener Information der Teilnehmer über die Anforderungen der Tour und der vorgenommenen Auswahl der Teilnehmer zu erkennbaren Schwächen einzelner Teilnehmer oder werden Ausrüstungsmängel deutlich, so muss der Kursleiter situationsgerecht reagieren.


Der Leiter der Gemeinschaftstour regelt Rahmenbedingungen (Ausschreibung, Anmeldung, Übernachtung usw.) und ist für die eventuell vorgesehenen Ausbildungsinhalte verantwortlich. Bei wichtigen Entscheidungen, die die Sicherheit der Gruppe oder eines einzelnen Mitgliedes betreffen, hat der Kursleiter volle Autorität der Gruppe gegenüber. Der Tourenleiter beachtet die im allgemeinen empfohlene Teilnehmerzahl für die Gruppe entsprechend dem Charakter des Kurses und sichert die erforderlichen organisatorischen Grundregeln bei der Durchführung.


Die Gemeinschaftstour ist mit den gekennzeichneten Merkmalen umfassend von der Führungstour abgegrenzt. Denn an dieser können u.a. auch Personen teilnehmen, die dem Führer nicht bekannt sind und die die Tour nicht selbstständig durchführen können.


Auf Grund der dargestellten Merkmale und der damit einhergehenden Verantwortung werden wir in unserer Sektion in aller Regel Gemeinschaftstouren und nicht Führungstouren anbieten. Unsere Fachübungsleiter erhalten selbstverständlich während ihrer Ausbildung auch umfassende Kenntnisse über die Taktik und Technik des Führens von Gruppen im Gebirge. Diese wird er auch im Rahmen von Gemeinschaftstouren einsetzen, wenn es die konkrete Situation erfordert und dazu die Voraussetzungen gegeben sind.

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